Glasfaserkabel

Wozu Glasfaserkabel?

GlasfaserkabelGlasfaserkabel
 
 

Computernetzwerke haben die Aufgabe, den Austausch von Datenpaketen zwischen mehreren Geräten zu ermöglichen. Für die Verbindung werden häufig Kupferkabel eingesetzt, in denen die Daten durch elektrische Impulse transportiert werden. Doch auch das Licht eignet sich, um Daten zu übermitteln. Dazu kommen Glasfaserkabel, sogenannte Lichtwellenleiter (LWL Kabel) zum Einsatz. Sender und Empfänger schicken über zwei Glasfasern Lichtsignale, die die jeweilige Gegenseite empfängt, verarbeitet und in Informationen übersetzen kann.

 

 

Vorteile von Glasfaserkabeln und typische Einsatzbereiche

Der größte Vorteil von Glasfasern zur Datenübertragung ist die Möglichkeit, große Strecken zu überbrücken. Bei einer Übertragung durch Kupferkabel führt der elektrische Widerstand des Kabels dazu, dass ab ungefähr 70 Metern keine stabile Verbindung zwischen zwei Geräten hergestellt werden kann - stattdessen müssten Verstärker eingebaut werden. (Anmerkung: Der angegebene Wert von 70 Metern ist stark abhängig von den eingesetzten Geräte sowie der Kabelqualität und kann stark variieren.)

LWL-Verbindungen können, je nach eingesetzter Technologie, auch viele Kilometer überbrücken - bei sehr geringen Verzögerungen, da die Informationen mit Lichtgeschwindigkeit transportiert werden. Hinzu kommt eine sehr hohe Störsicherheit: Anders als kupferbasierte Netzwerke sind solche über Lichtleiter vollkommen unabhängig von magnetischen oder elektrischen Einwirkungen, die Störungen hervorrufen können.

Zum Einsatz kommen LWL Kabel in Unternehmensnetzwerken, oft bei der Verbindung von Gebäuden, Stockwerken und Gebäudeteilen sowie bei der Anbindung von Außenstellen. Ein weiterer Vorteil von Glasfaserkabeln liegt in der Möglichkeit, auch große Datenraten zu übertragen. Einige Internetanbieter haben bereits damit begonnen, schnelle Internetanschlüsse anzubieten, bei denen das Signal über eine Glasfaserleitung bis ins Haus des Kunden kommt. Diese Angebote werden unter dem Begriff "Fibre to the Home" angeboten. Auch im Audiobereich finden Glasfaserverbindungen Anwendung. Hier stellen sie eine Verbindung für störungsfreie digitale Signalübertragung dar.

 

 

Die Nachteile von Glasfaserkabeln

Einzelne Glasfasern
Die Fasern sind filigran und empfindlich
 

Die Lichtleiter bestehen aus einer Glasfaser, die sich in einem Mantel und einer Schutzschicht befindet. Diese Faser ist anfällig für Beschädigungen durch Abknicken oder Zugbelastung. Anders als ein Kupferkabel kann ein LWL Kabel nicht so schnell repariert werden: Zur Verbindung der Faser mit einem Stecker oder einer anderen Faser ist ein teures Spleißgerät erforderlich, das nur von ausgebildeten Spezialisten bedient werden kann.

 

 

Stecker und Konfektionierung

unterschiedliche LWL-Steckerunterschiedliche LWL-Stecker
 
 

Für unterschiedliche Anwendungsbereiche sind verschiedene Steckverbindungen in Gebrauch. In Switchen für Unternehmensnetzwerke, die über einen LWL-Port verfügen, kommen häufig sogenannte LC-Stecker zum Einsatz. Größere LWL-Verteilungen arbeiten mit dem SC-Stecker, der etwas größer ist. In beiden Systemen rastet der Stecker in der Buchse ein, jedoch ist darauf zu achten, dass die beiden benötigten Fasern für den Hin- und Rückweg nicht vertauscht werden.

Geht es darum, eine längere Strecke zu verbinden, an deren Enden sich keine Geräte mit Glasfaseranschlüssen befinden, können Medienkonverter zum Einsatz kommen, die das LWL Signal umwandeln und über ein Ethernetkabel mit dem Switch verbunden werden. Einige Hersteller bieten auch Netzwerkkarten an, über die ein Lichtwellenleiter direkt an einen Computer oder Server angeschlossen werden kann. Vielleicht sind auch die Beiträge Lichtleiterkabel und unterschiedliche Arten von Netzwerkkabeln für Sie interessant.

vieladriges Glasfaserkabelvieladriges Glasfaserkabel
 

Je nach Anwendungsgebiet entscheidet sich, welche Ummantelung benötigt wird. Patchkabel, die Verbindungen zwischen Geräten innerhalb eines Netzwerkschrankes herstellen, sind nur sehr dünn ummantelt und daher sehr anfällig für mechanische Einwirkungen. Verlegekabel sind dafür ausgelegt, in Kabelkanälen, Schächten und Zwischendecken installiert zu werden und sind zum Schutz dicker ummantelt. Die Konfektionierung dieser Glasfaserkabel kann nur von Fachleuten durchgeführt werden, es bietet sich daher an, fertige, bereits mit Steckern versehene Glasfaserkabel zu verwenden. Solche Glasfaserkabel sind vorkonfektioniert in unterschiedlichen Kabeltypen, mit den benötigten Steckern und in Längen nach Kundenwunsch erhältlich.

 

 

Geräte mit Glasfaseranschlüssen

LWL Anschlüsse
SFP-Switch mit LWL Anschlüssen
 

Die häufigste Anwendung in mittelgroßen Unternehmensnetzwerken stellen Switche dar, die neben einer größeren Anzahl an Ports für Kupferkabel über einen sogenannten Uplinkport (Backbone) verfügen, der dazu dient, mehrere Switche über LWL Kabel zu verbinden. Neben den genannten Switchen kommen vermehrt auch SFP-Switche zum Einsatz, welche ausschließlich mit LWL-Ports ausgestattet sind.

Geht es darum, eine längere Strecke zu verbinden, an deren Enden sich keine Geräte mit Glasfaseranschlüssen befinden, können Medienkonverter zum Einsatz kommen, die das LWL Signal umwandeln und über ein Ethernetkabel mit dem Switch verbunden werden. Einige Hersteller bieten auch Netzwerkkarten an, über die ein Lichtwellenleiter direkt an einen Computer oder Server angeschlossen werden kann.

 

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